Tierpfleger

Der Tierpfleger als Traumjob?

Der Mecklenburger ist ein wetterfester, aber auch sehr tierlieber Mensch. So liegt es auch nahe, dass der Beruf des Tierpflegers ein gefragter Beruf ist, besonders, wenn es um Hunde geht.

Nicht nur Jugendliche sehen in diesem Beruf ihren Traumjob, sondern auch viele Menschen unterschiedlichen Alters. 

Wir möchte gerne aufklären, da die Missverständnisse zum Beruf bei uns sehr häufig auftreten.

Wie stellt man sich nun also diesen Beruf vor?

Auch wenn die Vorstellungen weit auseinander gehen, trifft die Einschätzung der meisten Menschen folgende.

Mit den Hunden Gassigehen, diese dann füttern, Kot sammeln, das Gelände pflegen und die Hunde bespaßen.

Dennoch, schmeißen die meisten Praktikanten das Handtuch, weil die Vorstellungen doch stark abweichen.

Was beinhaltet also dieser Traumjob?

Der Tierpfleger muss sich bei uns als erstes darüber im klaren sein, dass Tiere keine Feiertage haben, dass sie Weihnachten, auch an allen anderen Feiertagen und Wochenenden ebenso Bedürfnisse haben, und diese auch so befriedigt werden müssen, dass die Hunde sich zufrieden zurückziehen können, ohne Herrchen und Frauchen zu vermissen. Bei uns werden Hunde aufgenommen und nicht verwahrt. Das schränkt schon mal stark ein, denn wenn andere feiern, arbeiten wir. Auch Notfälle sind nicht selten, so dass wir selbst nachts aus ganz unterschiedlichen Gründen, Hunde holen müssen.

Der Tierpfleger muss die Natur lieben und sich auch mit ihr auseinandersetzen wollen, denn neben den ganzen Giftpflanzen, die dem Hund schaden, kann auch der Hund der Natur schaden, denn nicht nur Wild, sondern auch Nager, wie bspw. Mäuse sollen aus ganz unterschiedlichen Gründen kein Opfer werden. Regen, Schnee, oder aber auch Sommerhitze begleiten uns das ganze Jahr. Über das Wetter lässt sich also das ganze Jahr meckern, doch der Tierpfleger muss damit beschwerdefrei klar kommen. Der Blick für Natur und Umwelt ist also ein wichtiger Fakt, den man mitbringen muss.

Der Tierpfleger betreut nicht seinen eigenen Hund. Immer wieder vergessen Praktikanten, dass die zu betreuenden Hunde, fremde Hunde sind, die unterschiedliche Bedürfnisse, aber auch unterschiedlich Aufmerksamkeit brauchen.

Der Tierpfleger muss kreativ und in der Lage sein, auf die individuellen Bedürfnisse der Hunde einzugehen, auch wenn es manchmal schwierig ist, den ein oder anderen Hund, für etwas Neues zu motivieren oder an seiner Erziehung zu arbeiten. 

Nicht jeder Hund spielt mit dem Ball, oder lässt sich auf Tricks ein, die mit Futter belohnt werden. Die Hunde, die wir betreuen, müssen dennoch gefordert werden. Das breite Spektrum der Möglichkeiten muss genutzt werden, damit es nicht langweilig wird. Ball spielen ist für viele Hunde eine gute Möglichkeit, doch das dauerhafte Ballspiel kann schnell zur Zwangshandlung werden. So bauen wir die Übung um, dass aus einem Ballspiel bspw. eine Verbringübung wird. Auch bei den Spaziergängen ist Kreativität gefragt, denn ein Hund der nur mit der Nase auf dem Boden ist, fühlt sich verlassen. Kommunikativ mit der Natur arbeiten ist die Devise.

Der Tierpfleger muss tierlieb sein. Auch das scheint nicht selbstverständlich, denn Tierliebe heißt nicht, dass Hunde machen können was sie wollen. Ein Tier kann man auch so wie Menschen mit seiner Liebe erdrücken. Besonders fremde Hunde brauchen viel Zuneigung mit konsequentem Auftreten. Wir haben hier häufig mit sehr intelligenten Hunden zu tun, die nicht nur wissen, wie man Menschen manipuliert, sondern auch genau wissen, wie sie ihre eigenen Interessen durchsetzen können. Fatal wenn man mit diesen Hunden arbeiten möchte, denn Stress ist nicht nur beim Hund vorprogrammiert, sondern auch der Tierpfleger verliert seine Lust mit Hunden zu arbeiten.

Der Tierpfleger muss Menschen ebenso mögen. Auch wenn der Tierpfleger zunächst nicht mit den Menschen arbeitet, so wie der Hundetrainer, ist der Kontakt mit dem Menschen dennoch unvermeidlich. Freundlichkeit darf nicht gespielt sein, sie ergibt sich aus der Kontaktfreude mit Menschen. Morgenmuffel, oder launische Menschen sollten sich an anderen Berufen orientieren, denn der Kundenkontakt und die Teamfreude kann man nicht lernen.

Der Tierpfleger muss handwerkliches Geschick mitbringen. Auch wenn die Hauptarbeit die Versorgung der Hunde ist, muss auch das Areal gepflegt werden, unterschiedliche Bereiche neu gebaut, oder repariert werden. Der Rasenmäher ist ein saisonbezogener Freund, doch Schippe, Harke und Spaten werden das ganze Jahr gebraucht. Trainingsgeräte müssen neu gebaut, gepflegt und repariert werden. 

 Der Tierpfleger muss das Pflegen mögen. Hunde kommen aus unterschiedlich reinlichen Behausungen, so dass der Kurzhaar-Hund, der im Bett schlafen darf, auf den verfilzten Hof-Hund treffen kann. Demzufolge ist das Auge für Parasiten, Krankheiten und die Pflege gefragt. Hunde werden bei uns gebadet, entfilzt, getrimmt, geschoren, geschnitten und vieles mehr, so wie auch dem Tierarzt vorgestellt. Die Grundpflege besteht aus dem täglichen Bürsten. Jedoch ist dies nicht für jeden Felltyp ausreichend, sodass auch das Baden oder Carden  der Hunde nötig sein kann.

Der Tierpfleger muss zu allerletzt auch mit den nicht so schönen Vorkommnissen umgehen können. Da wir mit den Hunden zusammenleben, haben wir auch einen hohen hygienischen Standard. Unsere Räume werden nicht nur gefegt, sondern desinfiziert und gewischt. Auch kommt es vor, dass ein Hund mal erbricht, oder Durchfall bekommt. Das sind bei uns zwar sehr seltene Vorkommnisse, dennoch kann das passieren.

Dieser kleine Einblick in die Arbeit des Tierpflegers soll Interessenten für diesen Beruf informieren, da die Vorstellungen des Berufes sehr weit auseinander gehen.

Sollte man sich genau diese Arbeiten vorstellen können, oder sich selbst darin finden, dann wir noch freie Stellen für Sie. Hierbei ist es natürlich nicht erforderlich alle Arbeiten bereits zu beherrschen, sondern der Wille zum Erlernen sollte gegeben sein.