Ernährungsberatung für Hunde

Ein Hundefutter lässt sich nur sehr schwer empfehlen, da Verträglichkeit, Qualität und Politik das Thema zu einer endlosen Diskussion macht.

Bei Hundefutter geht es um einen Einfluss auf den Hund. Artgerecht heißt nicht optimal und unsere Hunde sind in keiner Weise mit dem Wolf zu vergleichen.
Bekanntlich erzielen Wölfe längst nicht ein so hohes Alter wie unsere Haushunde, wobei die Ernährung nicht unbeteiligt ist. Weiter sind die Einflüsse, Umwelt und Verhalten der Wölfe nicht mit unseren Hunden zu vergleichen.

Ein Hundefutter machen wir zunächst nach seiner Qualität aus. Dazu sind die Herstellungsprozesse und die Inhaltsstoffe nicht bedeutungslos.
Die Vorteile der Futtermittelindustrie, sind die strengen Kontrollen, bei denen zum einen die Lieferanten auf Qualität geprüft werden und die Herkunft der Produkte, konstante Werte haben.
Nährwerte und Nährstoffe weichen kaum ab, so dass bei der Herstellung des Futters keine Veränderungen vorgenommen werden müssen, um die Nährwerte und Nährstoffe zu gewährleisten.
Würde ich bspw. als Barfer meine Produkte selbst einkaufen, muss ich meinem Händler vertrauen, da ich keine Überprüfungsmöglichkeiten habe. Die unterschiedliche Herkunft von Lebensmittel weisen auch unterschiedliche Nährstoffwerte auf.
So könnte man einen Nährstoffüberschuss oder eine Nährstoffunterversorgung nicht ausschließen.
Ebenso habe ich keine Möglichkeit Inhibitoren zu identifizieren, diese in der Ernährung zu filtern, bzw. die Ernährung darauf einzustellen.

Inhibitoren sind Hemmstoffe, die in Pflanzen schon lange bekannt sind, doch heute weiß man auch dass einige Inhibitoren tierischer Herkunft sind. Ein Inhibitor verhindert das Aufnehmen von Nähstoffen oder verändert Nährstoffe in ihrer Wirkung.

Dazu möchte ich zwei Beispiele bringen: Im Eiklar ist ein Inhibitor, der die Verdauung von Eiweiß negativ beeinträchtigt. Ein weiteres Protein im Eiklar bindet das Vitamin Biotin und verhindert damit die Aufnahme durch die Darmwand. Biotin wiederum gehört zu der prosthetischen Gruppe, das anders als das das Coenzym fest an das Enzym gebunden ist und eine Rolle im Stoffwechsel spielt.

Das zweite Beispiel ist ein Kreislauf, der bei Eigenversuch kaum nachzuprüfen ist. Das Kalzium- Phosphor Verhältnis dürfte jedem Ernährungsinteressenten bekannt sein. Doch weniger bekannt ist die Kalziumbilanz, bzw. wie diese zu errechnen ist und was diese beeinflusst.
Proteine beeinflussen die endogene Säureproduktion und somit die Urin-Kalziumverluste. Füttere ich also nicht genaue Mengen an Proteine und beachte ich nicht das genaue Kalzium Phosphor Verhältnis, so machen sich die Schäden erst langfristig bemerkbar.

Diese Beispielliste lässt sich endlos fortführen und ist in jedem Komplex so miteinander verstrickt, dass Ernährung selbst für Ärzte nicht in den einzelnen Prozessen zu erklären ist.


Wenn wir nach diesen Kriterien ein Futter gefunden haben, lege wir ein besonderes Augenmerk auf die Verträglichkeit.
Fell-/ Haut-beschaffenheit und Geruch, Zähne, Mundgeruch, Kotmenge und Konsistenz, Aktivität, Schlafverhalten und das Verhalten allgemein geben Aufschluss über die Verträglichkeit. Die Verträglichkeit sagt jedoch nichts über die Qualität des Futters aus.

Das Fell muss nicht wie beim Wolf oder Hofhund fettig sein und die Haut sollte keine starke Talkbildung haben. Haushunde leben im Haus und werden diesbezüglich sehr vermenschlicht, was wir nicht falsch finden. Wir möchten unsere Hunde anfassen können, ohne danach die Hände waschen zu müssen.
Weiter beobachtet man stets die Kotmenge, die jedoch nicht deutlich macht, ob bestimmte Stoffe unverdaulich sind oder ob einfach nur zu viele Kohlenhydrate zugefügt wurden.
Zu viele Kohlenhydrate verhindern oder beeinflussen die Aufnahme von Proteinen was wiederum auch die Kotmenge beeinflussen kann.
Viel Komplexer und noch schwieriger in Kurzform zu erklären ist der Faktor Ernährung auf das Verhalten, bzw. der Einfluss der Ernährung auf das Gehirn.

Gehirnzellen sind wegen ihrer hohen energetischen Aktivität besonders anfällig auf Radikalen Angriffen. Durch den hohen Fettanteil im Gehirn von mehr als 50% ist das Gehirn oxidationsgefährdet.
Aber nicht die Gehirnzellen, sondern die synaptischen Verbindungen im Gehirn machen die Intelligenz von Hunden aus. Diese Verbindungen können in der Funktion von der Docosahexaensäure beeinflusst werden.
Docosaheaensäure kommt in Omega 3 vor.

In der Verhaltenslehre kennt jeder den Thiaminmangel, der für viele Verhaltensprobleme verantwortlich ist. Das Vitamin B1 wird leider oft besonders bei Selbstfutterzubereiter nicht sehr ernst genommen. Immerwieder hören wir von der Verwendung von Reis, nicht nur bei Durchfall, welcher meist nur in Reformhäuser in ungeschälter Form erhältlich ist. Vitamin B1 ist bei Reis nur in der oberen Schale und wird vollständig beim Schälvorgang entfernt.

Niacin (Vitamin B3) ist in der Verhaltenstherapie auch von Bedeutung, da dies besonders für die Übertragung der elektrischen Impulse verantwortlich ist.
So ist es auch weiter mitverantwortlich dass Gespeichertes aus dem Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis möglich ist. Ein Mangel lässt sich immer schön an den ganzen Hundesportlern erkennen, die verzweifeln, weil der Hund das erlernte zwar umsetzen kann, aber an anderen Tagen, sie wieder von neuem beginnen müssen.

Dann brauchen wir noch das Vitamin für die biochemische Kommunikation. Das Vitamin B6 oder auch Pyridoxin. Das Arbeitsgedächtnis profitiert besonders davon und man merkt es besonders in der Problemlösungsfindung.

Vitamin B12 oder Cabalamin ist für die Leistungsfähigkeit des Gehirns wichtig.

Diese Liste ließe sich bedeutend weiterführen, weil in der Ernährung unzählige Stoffe vorhanden sein müssen, die für eine optimale Ernährung notwendig sind.
Diese wenigen Beispiele sollen jedoch zeigen, wie kompliziert Ernährung sein kann, denn nicht nur die Stoffe selbst spielen eine Rolle, sondern auch die Verhältnisse untereinander.

Durch Ernährung lässt sich viel beeinflussen, wozu nicht nur Gesundheitsprobleme, wie bspw. Gelenkprobleme, Magen/Darmprobleme, oder Nierenprobleme gehören, sondern auch das Verhalten eines Hund lässt sich durch Ernährung beeinflussen.

Eine Ernährungsberatung für den Hund kann nun sehr unterschiedlich aussehen, weil das Futter über eine Anamnese auf gewünschte Ziele ausgerichtet werden kann, oder mit Hilfe von Blutwerten der Zustand des Hundes auf ein Optimum eingestellt werden kann.


Allergien:
Futterunverträglichkeit oder allergische Reaktionen sind nichts Schlimmes und sollten auch so nicht betrachtet werden.

Die Uni München hat einige Professoren und Doktoren, die sich ausschließlich mit Allergien bei Hunden und Katzen beschäftigen und in der Wissenschaft tätig sind.
Unabhängige Tierärzte, die sich mit Allergien auskennen, sind sich alle einig, dass das meiden der betroffenen Stoffe nicht die Lösung sein darf, da es sich um eine immunologische Erkrankung handelt und diese wie jede andere Krankheit therapiert werden sollte.


Haben Sie Fragen zur Ernährungsberatung, oder wünschen Sie eine Ernährungsberatung für Ihren Hund, dann kontaktieren Sie uns gern über unsere Kontaktmöglichkeiten.